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In
der Gemeinderatsitzung vom 23.Januar hat die Gemeindeverwal-tung durch
Bürgermeister Herrn Kleiner den in 2 Sitzungen vorberat-enen Haushalt
eingebracht und in einer ausführlichen Präsentation dargelegt. In den
zwei folgenden Mitteilungsblättern wurde darüber ebenfalls nochmals
detailiert berichtet. Deshalb möchte ich in unseren Ausführungen nur
auf möglichst wenig Zahlen eingehen und eher die Bedeutung und die
Gewichtung einzelner Maßnahmen hervorheben. Die im Haushalt 2012
festgesetzten Einnahmen und Ausgaben, das Gesamtvolumen von
15.086.000 € sind erneut eine kräftige Steigerung gegenüber
den Vorjahren.
Zum Vergleich:
2011 waren es 12.198.000 €
2010 waren es 11.576.000 €
Das klingt auf
den 1. Blick doch gut wenn man mehr Geld zum Aus-geben hat.
Auf
den 2. Blick muss man aber auch sehen, dass unsere Rücklagen von einst
in 2008 mit über 4 Millionen zwischenzeitlich nach voraus-sichtlicher
Berechnung per 31.12.2012 nur noch einen Rest von 204.000 € aufweisen
werden was der gesetzlichen Anforderung genügt aber einer Reserve
gleich Null entspricht.
Der
Haushalt ist in dieser Größenordnung nur möglich, weil die Situation
2011 bei den Einnahmen etwas besser als geplant verlaufen ist und weil
weniger Geld als geplant investiert wurde.
Das soll sich
2012 ändern.
Mit einem
geplanten Investitionsvolumen von 3.755.600 gegenüber
nur 1.810.00 € in 2011 ist eine Verdoppelung
vorgesehen.
Klar gesagt,
keine unnötigen oder unsinnigen Ausgaben oder Prestigeobjekte.
Bei
der Gewichtung der einzelnen Maßnahmen galt es abzuwägen, weil selbst
mit dieser Kraftanstrengung viele Ausgaben und Investitionen noch
unerledigt sind und in den kommenden Jahren noch anstehen.
Einige Maßnahmen
die wir aber jetzt angehen können möchte ich nennen.
Mit 1.320.000 € für den B- und C-Bau der Kirchbergschule
der höchste Einzelwert.
Dass
diese Bauten in einem schlechten Zustand und seit der Erstellung der
Gebäude noch nie renoviert wurden und deshalb in einem
Sanierungszustand sind, ist unumstritten.
Jedoch
muss vor der Realisierung ein Gesamtkonzept für alle
Bildungseinrichtungen einschl. Kindergarten- und Hortbetreuung erstellt
werden. Ebenso für die U3 Betreuung mit Einbeziehung des Kindertreffs.
Die Zukunft unserer Hauptschule ist keineswegs gesichert.
Die
politische Ausrichtung in der Bildungspolitik ist unklar und nicht
berechenbar. Deshalb erwarten wir bei der Planung der Sanierung ein
offenes Konzept das diesen Forderungen Rechnung trägt.
Die geplanten
Kosten für die U3 Betreuung in Höhe von 100.000 € in diesem
Kontext zu sehen.
Für
unsere Fraktion gehört ein gutes Betreuungsangebot zu einem
wesentlichen Standortvorteil für eine Wohngemeinde und sehen unsere
Entwicklung daher in Richtung als Wohlfühlgemeinde die wir mit einem
guten Betreuungsangebot und unserer vielfältigen Vereins-landschaft
sein können.
20.000 € Planungskosten für die Erweiterung der
Verwaltung.
Ebenfalls
eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft. Wir erwarten sicherlich
auch zu Recht eine gute Verwaltungsarbeit. Dann ist es aber auch unsere
Pflicht unsere Verwaltung so auszustatten, dass eine vernünftige
Verwaltungsarbeit möglich ist. Nicht dass ein Arbeitsplatz in einem
Gebäude und die Akten dafür in einem anderen lagern. Dass ein
Sozialraum fehlt und gemeinsame Pausen an einem Arbeitsplatz von einer
Mitarbeiterin gemacht werden wenn auch diese damit einverstanden ist.
Dass es aus Platzgründen nicht möglich ist Auszubildende oder weitere
Mitarbeiter einzustellen. Oder Bereiche sinnvoll und effektiv zu
gestalten oder zusammenzulegen.
Aber
auch dafür gilt, dass eine Planung gesamtheitliche Lösungen aufzeigen
muss. Belegung und Nutzung der Räumlichkeiten. Eventuelle Baustufen.
Öffnungszeiten und Präsenz in beiden Ortsteilen.
Nur dann werden
wir eine solche Maßnahme mittragen und weiter unterstützen.
80.000 € für das Hallenbad. Eine für
Bürger attraktive Wohn-gemeinde muss auch eine solche Einrichtung
bieten können.
410.000
€ für die Renovierung der Weinbrenner Kelter.
Dieser Betrag erscheint uns als reine Erhaltungsaufwendung noch zu hoch
und muss durch weitergehende Untersuchungen durch den Architekten
begründet werden. Wir tragen zwingend notwendige
Erhaltungs-aufwendungen mit, sind jedoch gegen Sanierung von
Räumlichkeiten für Vereinszwecke. Die Gemeinde stellt schon bisher sehr
viele Gebäude und Räumlichkeiten den Vereinen unentgeltlich zur
Verfügung. Daher ist es dringend geboten darauf zu achten, dass es zu
keinen einseitigen Förderungsmaßnahmen kommt. Wenn eine soziale
Einrichtung, die gerade älteren und pflegebedürftigen Menschen zugute
kommt, Miete für die Nutzung von gemeindeeigenen Räumlichkeiten
bezahlen soll, zeigt sich hier eine Schieflage die noch geregelt werden
muss. Wir können sehr stolz auf unsere Sozialstation sein. Eine
erfolgreiche Einrichtung die noch ohne Zuschüsse der Gemeinde auskommt.
Außerdem ist die
Sozialstation ein großer Arbeitgeber im Ort.
Das sollten wir
bei unseren Überlegungen der Kostenumlage wie z. B. Mieten immer
berücksichtigen.
230.000 € für die Sanierung und 80.000 € für die
Entwässerung der großen und kleinen Brunnenstr.
Eine gute Sache. Wenn wir wie bereits in den vergangenen Jahren,
jährlich überschaubare Straßenprojekte machen, sind wir auf dem
richtigen Weg um unsere maroden Straßen und Gehwege mit der Zeit wieder
in Ordnung zu bringen.
30.000
€ für den Abbruch des Gebäudes Hauptstr.33,
ist ebenso eine sinnvolle Maßnahme die die Verkehrssituation an dieser
Stelle verbessern und die Zugänglichkeit für den Kindergarten sicherer
gestalten wird. Wie bei der Beratung vorgetragen und unter diesem
Vorbehalt zugestimmt sind wir dafür, dass die verbleibende von der
Gemeinde nicht benötigte Fläche zum Verkauf angeboten und nicht für
Parkplätze genutzt wird.
150.000 € in die Anlagen der Entwässerung in der
Sommerhälde
sind der Einstieg in die Sanierung der maroden Kanalisation in
Ersingen. Nach der erfolgten Verbesserung der Wasserversorgung in
Bilfingen müssen nun die Kanäle in Ersingen saniert werden. Ein Projekt
das uns noch große Summen kosten und Jahre beschäftigen wird aber
angegangen werden muss. Auch hier wie bei der Straßensanierung,
konstant jährliche Projekte die mit der Zeit zur Erledigung des
Sanierungsstaus führen.
Unser lang verfolgtes Ziel die Ortsdurchfahrt in Ersingen
mit Schwerpunkt der Kelterstr. und die dortigen Parkplätze anzulegen
wird nun auch angegangen
Im 1 .
Bauabschnitt 340.000 € für Anlagen der Entwässerung
Dazu weiter 280.000
€ als Anteil für Gemeindestraßen, Parkplatz und Gehweg.
Die
Bauzeit wird nicht ohne Einschränkungen und starken Beeinträchtigungen
der Anlieger abgehen. Durch den Umleitungs-verkehr werden die ganzen
Bewohner von Kämpfelbach betroffen sein. Wenn die Umbaumaßnahmen ab Mai
beginnen und einige Monate dauern werden hoffen wir auf das Verständnis
der Bürger.
50.000 € für eine Urnengrabanlage
sind notwendig und trägt dem geänderten Bedarf bei den Bestattungen
Rechnung. Da diese Bestattungsart wesentlich günstiger ist, wird das
Defizit bei den Bestattungen in Zukunft noch größer werden. Angesichts
der starken Erhöhungen in der
Vergangenheit
möchten wir aber bereits vorsorglich darauf hinweisen, dass weitere
Erhöhungen in absehbarer Zeit mit uns nicht zu machen sind.
Überhaupt hat Kämpfelbach in vielen Bereichen die Gebührenschrauben
bereits so angezogen dass wir keinen Spielraum für Erhöhungen sehen wie
nachstehender Vergleich zeigt:
Grundsteuer A mit 320 € Ø Enzkreis 327,78
Grundsteuer
B mit 310 € Ø Enzkreis 298,89 macht das Bauen in Kämpfelbach
teuer und uninteressant
Gewerbesteuer 330 € Ø Enzkreis 330,56
Unser direkter Nachbar Königsbach mit einer guten Infrastruktur und
Gelände 340 €, Ispringen 310 €
Damit sind wir
auch für Gewerbe nicht interessant.
Selbst bei der Hundesteuer für den 1. Hund liegen wir mit 66 €
über dem Schnitt von 64 € im Enzkreis
Die angehobene Kapitalverzinsung von 4 auf 6 % wird die Steuerlast der
Bürger weiter erhöhen weil die Zinserhöhung zu einer Unterdeckung der
Institutionen führen wird. Das geht nur durch Einsparung, die es aber
nicht mehr möglich sind, oder durch Gebührenerhöhung was zu befürchten
ist.
Der Schuldenstand bei der Wasserversorgung steigt durch die getätigten
Investitionen an und wird noch weiter steigen, da die Kanalsanierung
nur zu einem geringen Teil erledigt ist.
Diese
Kostensteigerung wird sich ebenfalls auf den künftigen Wasser- und
Abwasserpreis auswirken.
Der Wasserpreis
wurde bereits per 1.12.2011 von 2,10 auf 2,40 € angepaßt
Die
Abwassergebühr wurde von bisher 2,50 € in eine Schmutzwassergebühr in
Höhe von 1,74 € und eine Niederschlagswassergebühr von 0,60 € pro qm
versiegelter Fläche geändert.
Zum
Vergleich. Königsbach verlangt beim Wasser statt 2,40 € nur 1,85 € beim
Schmutzwasser statt 1,74 € nur 1,49 € und bei der
Niederschlagswassergebühr nur 0,55 € statt 0,60 €
Auch das zeigt die hohe Belastung der Kämpfelbacher Bürger.
Wie bereits in mehreren Sitzungen angesprochen, möchten wir zur
Standortbestimmung und für die zukünftige Ausrichtung der
Gemeinde eine Sondersitzung
anregen. Nachdem uns das Gewerbe-gebiet „Ersinger Kreuz“ vorerst
verwehrt bleibt und mangels Fläche und Betrieben eine
Gewerbesteuereinnahme in Höhe vergleichbarer Gemeinden nicht möglich
wird zu erreichen scheint uns das dringend geboten. Denn mit nur
500.000 € Gewerbesteuereinnahmen bleiben wir immer eines wenn nicht das
Schlusslicht im Enzkreis.
Der Haushalt wurde von der Verwaltung und Kämmerer H. Kopp sehr gut
ausgearbeitet dem Gremium vorgelegt. Die
Diskussion mit den Fraktionen und der Verwaltung waren fair, fruchtbar
und konstruktiv. Wir sehen Kämpfelbach auf einem guten Weg.
Die CDU-Fraktion bedankt sich bei allen, besonders bei Herrn
Bürgermeister Kleiner und Kämmerer Kopp für diese Ausarbeitung und
stimmt dem Haushaltsplan 2012 und dem Wirtschaftsplan des
Eigenbetriebes der Wasserversorgung zu.
Kämpfelbach, im Februar 2012
Siegfried Böhm
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